Du betrachtest gerade Wenn in Europa die Lichter ausgehen: „Nordnordost“ von Rainer Tarden

Wenn in Europa die Lichter ausgehen: „Nordnordost“ von Rainer Tarden

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:aktuelles

Was bleibt, wenn nichts mehr funktioniert? Rainer Tarden gibt in seinem Debütroman eine ungewöhnliche Antwort: ein Segelboot, ein Freund – und der Kurs Nordnordost.

Stellen Sie sich vor, der Strom fällt aus. Nicht für ein paar Stunden, nicht in einem Stadtteil – sondern überall. Ein ganzer Kontinent im Stillstand. Genau hier setzt „Nordnordost – Eine Flucht vor dem europäischen Blackout“ an, der Debütroman von Rainer Tarden.

Die Flucht aufs Meer

Heiner ist Ingenieur. Ein Mann, der gewohnt ist, dass Systeme funktionieren – bis sie es nicht mehr tun. Als Europa in der Dunkelheit versinkt, wählt er einen Weg, der zunächst paradox erscheint: Er flieht nicht ins Hinterland, sondern aufs offene Meer. Auf seiner kleinen Segelyacht nimmt er Kurs nach Norden, hinaus aus einem gelähmten Kontinent und hinein in eine Welt aus Wind, Wasser und Ungewissheit.

Dabei treibt ihn mehr als der bloße Überlebenswille: Irgendwo dort draußen hofft er, seine Frau Eve wiederzufinden.

Ein Kammerspiel auf offener See

Was „Nordnordost“ von gängigen Katastrophenromanen unterscheidet, ist die Stille. Statt auf Spektakel setzt Tarden auf das Gespräch: Gemeinsam mit seinem Freund Karl entsteht an Bord ein leises Kammerspiel über Verantwortung, Wahrheit und die Fehler der modernen Welt – getragen von einer Hoffnung, die auch in der Dunkelheit nicht erlischt.

Die Enge des Bootes wird zum Brennglas. Müdigkeit, Sturm und die eigene Verunsicherung setzen den beiden Männern zu, und die Suche nach einem neuen Anfang stellt ihre Kameradschaft auf die Probe. Eine Reise durch Dunkelheit und Licht – und zugleich die Geschichte zweier Menschen, die den Zusammenbruch Europas nicht nur als Katastrophe erleben, sondern als Moment der Besinnung.

Der Autor: Ein Leben zwischen Technik und Freiheit

Rainer Tarden weiß, wovon er schreibt. Der Ingenieur, Pilot, Lehrer und Segler blickt auf berufliche Stationen in der Nuklearforschung, der Messtechnik, der Airline-Industrie und der Bildung zurück und lebte in Europa, Nordamerika und Asien. Geprägt von den freiheitlichen Traditionen der Schweiz und einer klassischen Bildung, widmet er sich in seinem Debüt den Fragen von Freiheit, Verantwortung und den Grenzräumen des modernen Lebens.

Diese Erfahrung spürt man auf jeder Seite: Tardens Erzählen verbindet die romantische Schilderung maritimer Natur mit der präzisen Darstellung des Segelns. Wer selbst schon einmal eine Pinne in der Hand hatte, wird die Authentizität sofort erkennen – und wer nicht, bekommt eine Ahnung davon, warum das Meer seit jeher ein Ort der Klarheit ist.

Ein Roman für unsere Zeit

Blackout-Szenarien sind längst kein reines Gedankenspiel mehr – die Verletzlichkeit unserer vernetzten Welt ist in den vergangenen Jahren immer wieder Thema geworden. „Nordnordost“ nimmt diese Verunsicherung ernst, ohne in Alarmismus zu verfallen. Stattdessen fragt der Roman: Was trägt uns, wenn die Infrastruktur es nicht mehr tut? Die Antwort, die Tarden findet, ist so alt wie das Segeln selbst: Vertrauen, Können und der Mensch an unserer Seite.


Das Buch auf einen Blick

Nordnordost – Eine Flucht vor dem europäischen Blackout Rainer Tarden, Roman

  • Klappenbroschur DIN A5, 232 Seiten
  • ISBN: 978-3-911002-21-9
  • 19,80 € (inkl. 7 % MwSt., zzgl. Versandkosten)
  • Lieferzeit: 3–5 Werktage